Aachen, 6. bis 7. Juni 2026

Fakten
Am vergangenen Wochenende fand die 16. offene Europameisterschaft im Hapkido in Aachen statt. Traditionell wird sich hier in den Kategorien Weitsprung, Fighting, Selbstverteidigung, Formlauf, Bruchtest und Show, vorher einstudierten Kampfkunst-Choreographien, gemessen.
Die Jiu-Jitsu-Abteilung des TSC Eintracht Dortmund reiste dort mit sechs Teilnehmer:innen und Coach Lutz an und trat in den Kategorien Weitsprung und Fighting an. Besonders erfreulich waren die drei Bronzemedaillen, die die intensive Vorbereitungszeit der vergangenen Monate zusätzlich belohnten:
- Noah Moser, Fighting O18 < 65 Kg Male
- Philipp Seufert, Fighting O18 < 75 Kg Male
- Zoë Moser, Long Jump O18 Female
Und auch Bernhard Dabrok, Janina Bolles und Theodor Bauert konnten die Früchte des vergangenen Jahres der Vorbereitung unter Beweis stellen und sich mit starken individuellen Leistungen gegen ihre Gegner:innen in ihren jeweiligen Gewichtsklassen der Fighting-Kategorie behaupten.
Wettkampf ist mehr als Gewinnen und Verlieren
Unsere Jiuka sind sich vor allem in einem einig: Die wichtigsten Erfolge dieses Wochenendes stehen nicht auf der Ergebnisliste. Vielmehr waren es der Schritt aus der eigenen Komfortzone heraus, die Überwindung, sich dem Schreckgespenst mit dem angsteinflößenden Namen “Europameisterschaft” zu stellen, überhaupt teilzunehmen, anzureisen, und sich wirklich auf der Matte einer Gegnerin oder einem Gegner entgegenzustellen. Neben der eigenen mentalen Vorbereitung half ihnen dabei vor allem eins: Der Zusammenhalt und die gegenseitige Unterstützung untereinander – sei es beim Anfeuern oder gegenseitigen Coaching. Und dieser Zusammenhalt ist etwas, das wir für uns mitnehmen können und deutlich nachhaltiger ist als jede Ranglistenwertung.
Gemeinschaft statt Ellenbogenmentalität
Alle Teilnehmer:innen lobten die familiäre Atmosphäre auf der Gesamtveranstaltung. Zu keinem Zeitpunkt wirkte das Klima feindselig oder übermäßig kompetitiv – man traf sich auf der Matte, kämpfte, nahm sich in den Arm und unterhielt sich danach angeregt mit den aus ganz Europa angereisten Budoka und tauschte sich aus. Kontakte wurden geknüpft, Einladungen zu Events im Ausland wurden ausgesprochen, und wenn es an Helfer:innen, zum Beispiel beim Halten der Bretter in der Kategorie Bruchtest, fehlte, wurde kurzer Hand unterstützt. All das zeigte: Wettkampf ist kein Ego-Trip und auch eine Europameisterschaft ist gar nicht so furchteinflößend, wie sie zunächst klingen mag.
Lernen unter Druck
Im Rückblick beschrieben viele Teilnehmer:innen die EM weniger als Kampf gegen andere, sondern viel mehr als Gelegenheit, das eigene Können unter realen Bedingungen und unter Stress zu testen. Der Wettkampf war für uns so mehr Realitäts-Check, um Lernpotenziale aufzudecken als das bloße Erringen von Punkten und Wertungen. Wie wichtig mentale Vorbereitung und Konditionstraining sind, wird uns dabei genauso in Erinnerung bleiben wie das großartige Gefühl, wenn der eigene Wurf funktioniert, die Finte oder Kombination connectet. Wir kehren nach dem Wochenende vor allem mit Motivation und neuen Zielen nach Hause zu euch zurück.
Was würden wir Neulingen empfehlen?
Wem der Gedanke an die Teilnahme an einem Wettkampf einmal zumindest flüchtig durch den Kopf gegangen ist, dem möchten wir folgendes mit auf den Weg geben:
Achte auf die Gewichtsklassen – auch beim Training – und pass auf, dass Du nicht in die nächsthöhere rutschst, da das die Schwierigkeit direkt nochmal erhöht.
– Bernhard
Geh einfach einmal völlig ohne Erwartungen an Dich selbst an den Wettkampf heran. Einfach, um die Erfahrung einmal gemacht zu haben.
– Janny
Lass Dich nicht einschüchtern. Mach einfach Dein Ding und rede offen mit Deinem Team und dem Coach.
– Noah
Auch wenn kompetitiv gar nicht so Dein Ding ist und “Wettkampf” gruselig klingt, findet das ganze in einem kontrollierten, sehr familiären Umfeld statt und gibt Dir die Möglichkeit, herauszufinden, ob Dein Jiu auch unter Druck funktioniert. Außerdem kann das wahnsinnig viel Spaß machen.
– Philipp
Setz Dir keine Ziele und schau einfach mal, ob das etwas für Dich ist, was die Risiken sind, und ob Du das mit Dir selbst ausmachen kannst. Die Erfahrung zählt und ist viel Wert. Und das Publikum nimmt man kaum wahr.
– Theo
Es ist nicht super deep, selbst wenn es eine Europameisterschaft ist. Alle sind nett und offen. Einfach mitkommen, ausprobieren, Spaß haben!
– Zoë
Fazit des Coach: Wir können das!
Coach Lutz Freisberger zeigt sich besonders stolz auf den Mut und den Zusammenhalt der Gruppe.
“Bei einer Europameisterschaft auf die Matte zu treten, erfordert viel mentale Stärke. Noch beeindruckender war für mich aber der gegenseitige Support. Alle haben sich gegenseitig getragen, angefeuert und unterstützt. Dieses Miteinander macht mich wirklich stolz.”
Die Entwicklung aller Teilnehmer:innen hebt er dabei besonders hervor. Stellvertretend nennt er Theo, der erst seit rund einem Jahr Jiu-Jitsu trainiert und bereits zu seiner ersten Europameisterschaft antrat: “Er ist dabei über sich selbst hinausgewachsen.” Gleichzeitig nimmt Lutz aus Aachen eine wichtige Erkenntnis mit: “Das Teilnehmerfeld war stark und viele Vereine kamen mit deutlich mehr Trainingsumfang und sogar Vorbereitungs-Camps. Umso mehr zeigt uns das, dass wir vieles richtig machen und auf europäischem Niveau mithalten können.”
Sein Appell an die Teilnehmer:innen und den Verein:
“Ihr könnt verdammt stolz auf euch sein. Nutzt die Erfahrungen, die Erfolge, und auch die Rückschläge als Antrieb, um Euch weiterzuentwickeln. Und dem Verein kann ich nur sagen: Schenkt euren Jiuka weiterhin diesen Rückhalt. Dann kann sich die Jiu-Jitsu-Abteilung des TSC Eintracht auch europaweit sehen lassen.”
Wir nehmen also für die Wettkampfmatte für uns mit: Wir gehören dorthin. Wir dürfen dort sein. Wir können das!
Ausblick
Die Europameisterschaft hat nicht nur Medaillen hervorgebracht, sondern auch Selbstvertrauen, neue Erfahrungen und Motivation für die weitere Entwicklung. Die Erfahrungen unserer Teilnehmer:innen zeigen, dass Wettkampftraining nicht nur sportliche Leistung fördert, sondern das Gemeinschaftsgefühl und persönliche Weiterentwicklung stärkt.
Wir bedanken uns bei allen, die unser Dōjō in Aachen vertreten haben und besonders bei Coach Lutz Freisberger, der trotz Handgelenks-OP unsagbar viel Kraft, Zeit und Mühe in unsere Vorbereitung und Betreuung vor Ort investiert hat.
Unser Blick richtet sich nun auf die kommende deutsche Meisterschaft im Juni 2027 in Hanau. Wir freuen uns, wenn wir dort mit einer noch größeren Gruppe anreisen und diese Erfahrung mit euch teilen können.








Das hat Spaß gemacht mit euch! Hanau soll sich warm anziehen! 😀